FAQ
Hier beantworten wir eure Fragen! Die Fragen ohne Namen sind von uns selbst, weil wir meinen, dass sie euch interessieren könnten. Sendet uns alles, was ihr schon immer über uns und unsere Reise wissen wolltet, per E-Mail an info@weltreise2010.de.
Planung
1.) Wie lange vorher sollte man beginnen, eine solche Weltreise zu planen? (Maike)
Bei uns waren die 2 Jahre Planungzeit hauptsächlich Geld-Anspar-Zeit, parallel dazu haben wir alle Informationen gesammelt, Visa und Equipment besorgt und die wichtigsten Flüge gebucht. Wenn man vom Geld absieht, kann man eine Reise sicherlich in wenigen Wochen planen, denn unterwegs bleibt genug Zeit, sich auf die jeweils nächsten Ziele vorzubereiten. Etwas langwierig können Behördengänge in Deutschland und Kündigungsfristen sein, wir haben 3 Monate vor Abflug gekündigt und uns dann um die Arbeitsagentur gekümmert, damit für die Zeit danach gesorgt ist.
2.) Welches Land (oder welche Länder oder welche Route) würdet ihr empfehlen für einen ca. dreiwöchigen Urlaub als “Schnupperkurs” für eine Weltreise? (Maike)
Das Einsteigerland für viele Traveller, auch für uns, ist immer noch Thailand: Touristisch gut erschlossen, günstig und einfach zu bereisen. Trotzdem sieht man eine komplett andere Kultur, viele Gleichgesinnte und vor allem, dass die Uhren dort anders ticken. Für 3 Wochen könnte man Bangkok, Chiang Mai (im Norden) und eine Insel im Süden besuchen und hätte mit Stadt, Trekking und Strand schon mal einen guten Einstieg. Wir wissen inzwischen aber, dass das Weltreisegefühl nicht von den Ländern abhängt, die man besucht, sondern von der langen Zeit, die man unterwegs (und nicht zu Hause) ist. Auch bei 4 oder 6 Wochen ist das Ende schon von an Anfang viel zu greifbar. Wer aber nach 3 Wochen Thailand schon die Krise kriegt, sollte sich das mit einer längeren Reise wirklich gut überlegen.
Gesundheit
1.) Falls ihr euch in Malaria-Gebieten aufhaltet, trefft ihr irgendwelche Vorkehrungen, z.B. Prophylaxe? (Carsten)
Nein. Wir folgen diesen Regeln und fühlen uns damit relativ sicher:
- Wir meiden Hochrisikogebiete.
- Wir meiden Risikogebiete in und kurz nach der Regen- oder Monsunzeit.
- Wir benutzen wenn nötig ein Mosiktonetz und tragen Moskitoschutz auf.
- Daniel hat Marsi als natürlichen Schutz dabei, denn für jeden Stich bei Daniel kommen 99 bei Marsi.
Wir nehmen weder Prophylaxe noch haben wir ein Standby-Medikament dabei, weil wir uns selten so weit abgelegen von Städten aufhalten, dass wir nicht innerhalb kurzer Zeit in einem Krankenhaus sein können, wo die Ärzte ohnehin viel besser wissen, wie man Malaria feststellt und wie sie zu behandeln ist. Auf Verdacht ein solches Medikament einzuwerfen erscheint uns nicht sinnvoll, wenn man professionelle Hilfe schnell erreichen kann.
2.) Habt ihr euch impfen lassen und gegen welche Krankheiten?
Wir haben uns sehr gut informiert und eine Reise-Untersuchung beim Arzt gemacht. Wir haben jetzt – neben den Standardimpfungen, die jeder sowieso haben sollte – Impfschutz gegen folgende Krankheiten:
- Hepatitis A und B
- Gelbfieber
- Typhus
- Tollwut
- Japanische Encephalitis
- Saisonale Grippe (Winter 2010)
- Masern, Mumps, Röteln
Mehr dazu findet ihr in diesem Artikel: http://www.weltreise2010.de/2010/08/01/impf-marathon/
3.) Wie teuer sind die Impfungen und wer bezahlt sie?
Ganz schön teuer! Wir hatten zwar beide schon alle Hepatitis-Impfungen von früheren Reisen, die restlichen der oben aufgeführten Impfungen kosteten jeden von uns trotzdem fast 500 Euro. Auch wenn wir alles selbst hätten bezahlen müssen, wäre es uns das Geld wert gewesen. Glücklicherweise hat Daniels Krankenkasse (TK) die komplette Summe übernommen, Marsis Krankenkasse (HEK) hat die Kosten immerhin zu 70% übernommen. Bei anderen Kassen wird es ähnlich sein. Es gibt also keinen Grund, ohne Impfschutz zu reisen.
Finanzen
1.) Wieviel Geld habt ihr für die Reise angespart? (Michael)
Eine oft gestellte Frage. Unser ursprünglicher und einfacher Plan war: Wenn wir es schaffen, 15.000 Euro pro Person zu sparen, starten wir. Diese Summe versteht sich inklusive Flügen und Visa, aber ohne Equipment, das man zu Hause kauft, und sie gilt für eine Reise zu zweit.
Auf wundersame Weise haben wir es sogar geschafft mehr zu sparen und sind im Oktober 2010 mit gut 40.000 Euro (für uns beide zusammen) gestartet, wobei die größten Flüge bereits bezahlt waren.
2.) Bargeld-Versorgung unterwegs: Habt ihr das Geld auf einem deutschen Konto, reist mit Schecks oder wie macht ihr das? (Michael)
Das ist recht einfach: Wir haben eine kleine Menge (700 US$) als Amex Traveller’s Cheques dabei. Diese benutzen wir nur im Ausnahmefall, wenn wir kein Bargeld am Automaten bekommen. Außerdem haben wir eine noch kleinere Menge Bargeld in Euro und US$, um Visa an Grenzen zu bezahlen und für richtige Notfälle. Bargeld ist böse, denn es kann gestohlen werden.
Ansonsten haben wir ein gemeinsames Konto bei einer Direktbank in Deutschland inklusive VISA-Karte für jeden, mit der wir weltweit an allen Geldautomaten Bargeld abheben können. Das Tolle dabei ist: Konto, Karten und Geldabheben im Ausland sind kostenlos und es gibt noch ansehnliche Zinsen obendrauf. Es ist sogar so kostenlos, dass die Zwangsgebühren, die manche Banken für ihre Geldautomaten erheben (in Südostasien oder in Peru z.B.), unkompliziert von der Direktbank erstattet werden. Unsere Tipps: DKB oder Comdirect.
Equipment
1.) Wie schwer ist euer Gepäck?
Gestartet sind wir mit jeweils 15 kg im großen Rucksack und 4-6 kg im Daypack/Handgepäck. Unterwegs nimmt das Gewicht leider immer zu und nie ab, weil wir Souvenirs, Kleidung und Nachschub für Verbrauchsartikel kaufen. Hier und da schicken wir ein Paket nach Hause, damit wir die Rucksäcke auch wieder tragen können.
2.) Reist ihr mit Laptop?
Ja, und das war eine sehr gute Entscheidung. Nur so können wir Bilder bearbeiten, in aller Ruhe Artikel schreiben, neue Musik auf den MP3-Player spielen und den Überblick über unsere Ausgaben behalten. Wir haben ein Dell “Inspiron Mini 10v” mit 10 Zoll, darauf läuft Mac OS X. Fast überall unterwegs gibt es WiFi. Mit Reise-Maus und Netzteil fällt das Gewicht mit etwas über 2 kg zwar schon auf, aber wir tragen es wirklich gerne.
3.) Habt ihr für jedes Land einen Reiseführer dabei?
Wir haben für alle Länder auf unserer Route Reiseführer in digitaler Form auf dem Laptop. Wir stellen jedoch fest, dass ein gutes altes Buch durch nichts zu ersetzen ist und kaufen unterwegs manchmal Bücher für das nächste Ziel. Überall sind Bücher zu haben, man kann beim Book Exchange auch einfach Bücher tauschen und muss kein neues kaufen. Das Lesen auf dem Rechner oder Ausdrucken der interessanten Kapitel ist oft einfach zu unpraktisch.
Länder
1.) Ist Laos Malariagebiet? (Carsten)
Ja, offiziell ist Laos bis auf die Hauptstadt Vientiane Malariagebiet, teils sogar Hochrisikogebiet mit Erregerresistenzen gegen viele Prophylaxe-Medikamente. Auf der hilfreichen Karte von CDC Malaria Map Application sehen wir aber einen Nord-Süd-Streifen mit nur mittlerem/wechselndem Risiko, in dem sich genau unsere Route befindet (Luang Prabang – Vang Vieng – Vientiane). Mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen (siehe “Gesundheit”) fahren wir ganz gut, außerdem war in Laos während unseres Besuchs Trockenzeit.
2.) Welches Land hat euch am besten gefallen?
Diese Frage hören wir oft, doch wollen wir sie erst beantworten, wenn wir wieder zu Hause sind.
3.) Habt ihr das Zugticket nach Tibet in Peking organisiert? (Claudio)
Nein, wir haben den kompletten Tibet-Trip inklusive Zugtickets von einer Agentur in China organisieren lassen, als wir noch zu Hause waren: www.budgettibettour.com, wir waren zufrieden. Es war gar nicht so einfach, verlässliche Informationen im Internet und zuverlässige Anbieter zu finden und wir wollten die Zeit in Peking nicht damit verbringen, Permits zu besorgen, Agenturen zu suchen und Preise zu vergleichen. Es gibt auch in Deutschland Reisebüros, die solche Touren organisieren, doch preislich liegen diese viel höher als Agenturen vor Ort.
Unterwegs
1.) Wo schlaft ihr eigentlich immer? (Michael)
Fast überall! Es gibt nur eine Bedingung: Es muss sauber sein. Bisher hatten wir fast immer ein Zimmer zu zweit und nur selten ein Gemeinschafts- oder gar kein Badezimmer. Meistens schauen wir uns die Zimmer direkt vor Ort an, denn nur so können wir wissen, ob sie uns wirkich gefallen. Prospekte und Websites lügen oft gewaltig. Meistens sind teure Guesthouses sogar günstiger als billige Hotels und dabei deutlich besser. In Australien und Neuseeland waren wir mit dem Auto unterwegs und haben meistens auf Campsites übernachtet, die Toiletten, Küchen und manchmal sogar einen Swimmingpool bieten.
2.) Was ist der Unterschied zwischen Dorm und Guesthouse? (Michael)
Ein Dorm ist ein Schlafsaal, den man sich mit vielen anderen teilt, also eine Zimmerart, genauso wie Double (ein großes Bett), Twin (zwei kleine Betten), Single (ein Bett) oder Triple Room (drei Betten). Guesthouse nennt sich alles von der billigen Absteige bis zu wirklich schönen Unterkünften. In vielen Guesthouses gibt es Dorms für sehr wenig Geld und Gemeinschaftsbad. Wir kamen bisher drumrum!
3.) Habt ihr die Unterkünfte von Deutschland aus gesucht oder macht ihr das vor Ort? (Michael)
Wir haben die allererste Unterkunft (in Peking) von Deutschland aus gebucht, weil wir in der Riesenstadt nicht nach dem stundenlangem Flug ein passendes Zimmer suchen wollten. Ab und an buchen wir auch unterwegs Unterkünfte im Voraus, in wirklich großen Städten oder wenn wir während der Ferien oder wichtiger Feste in einer Stadt ankommen (Neujahr, Tet, Weihnachten, Public Holidays etc.).
4.) Bekommt ihr genug zu essen? (Dennis)
Auch ein wichtiges Thema. Wir sind nicht verhungert und unser Gewicht hat sich nach 4 Monaten nicht nennenswert verändert, insofern muss die Antwort “ja” lauten.
5.) Wurdet ihr bisher beraubt, bestohlen oder Opfer von Kriminalität?
Lebensbedrohliche Ereignisse gab es bisher glücklicherweise nicht! Aber wir wurden schon bestohlen, hier und hier könnt ihr nachlesen, was in Bangkok/Thailand los war und wie wir Glück im Unglück hatten.
6.) Freut ihr euch über Besuch?
Und wie! Jule hat uns in Indien besucht, Daniels Eltern in Thailand. Jule haben wir für 3 Wochen in Südamerika (Peru und Bolivien) sogar ein zweites Mal gesehen und Daniels Bruder verbringt die letzten 4 Wochen mit uns in Südostasien. Wir freuen uns immer über Besuch, egal wo und für wie lange.
Nach der Reise
1.) Wie sieht es mit Jobs aus nach der Rückkehr? (Michael)
Hoffentlich gut! Wir haben beide unsere sicheren Jobs gekündigt und dafür gesorgt, dass wir nach der Rückkehr Unterstützung vom Staat bekommen. Welche Art von Arbeit wir danach suchen, wissen wir noch nicht, und das ist auch gut so. Wir sind sicher, dass uns während der Reise klar wird, was wir wirklich wollen und vor allem, was wir nicht (mehr) wollen.
Sonstiges
1.) Wo lagert man seine Möbel ein? Oder läuft eure Wohnung weiter? (Michael)
Unsere Wohnung läuft weiter. In letzter Minute haben wir zwei verschiedene Zwischenmieter gefunden, die unsere Wohnung für insgesamt 9 Monate hüten. Daniels Eltern kümmern sich um den reibungslosen Ablauf.
Aber auch wenn wir niemanden gefunden hätten, hätten wir die Wohnung leerstehen lassen und weiterbezahlt, da wir lieber ein paar Monate kürzer unterwegs gewesen wären als uns den Stress mit Auszug, Lagerung, Wohnungssuche, Renovierung und Einzug zu geben. Wir sind uns aber sicher, dass sich immer eine Möglichkeit findet, Möbel unterzustellen, falls man seine Wohnung wirklich aufgeben will. Und die Einlagerung bei einem professionellen Dienstleister kann auch nicht die Welt kosten, dafür sieht man die Welt auf der Reise!
2.) Habt ihr eure Autos verkauft? (Michael)
Nein. Wir haben sowieso nur ein Auto, und das wollen wir auch nach der Reise noch fahren. Es hat keinen so großen Geldwert mehr, ist aber für uns und vor allem für Daniel als Musiker das perfekte Gefährt, so dass es nicht sinnvoll gewesen wäre, sich davon zu trennen. Es ist abgemeldet, wir bezahlen keine Steuern und keine Versicherung.
3.) Streitet ihr? (Dennis)
Vielen Dank für diese Frage, Dennis!
Die Antwort ist einfach: Bisher nicht. Und wir sind froh, dass das so ist!
4.) Wie seid ihr im Ausland versichert?
Ausreichend, hoffen wir. Wir haben eine Auslandskrankenversicherung für 365 Tage bei der Envivas abgeschlossen, sie kostet für jeden 0,80 Euro pro Tag, sofern man nicht nach USA/Kanada reist. Wir haben viel recherchiert und verglichen und haben jetzt eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung und außerdem einen Schutz für Bergungskosten, was nicht jede Versicherung anbietet oder zumindest nicht explizit bestätigt, was für manche Trekkingtouren aber wichtig ist. Einige Versicherungen zu Hause laufen weiter (z.B. Hausrat, BU), manche haben wir stillgelegt (private Zusatz-KV, private Rente) oder gekündigt (Auto).
5.) Welche Websites haben euch bei der Vorbereitung geholfen?
Im Internet gibt es viele richtig gute Informationsquellen, die uns sehr geholfen haben:
- Infos über wirklich alles, was eine Weltreise betrifft: www.weltreise-info.de
- Die günstigsten Flüge in Asien: www.airasia.com
- Andere Weltreisende: www.gnomad.de
- Länderinfos, Einreise und Gesundheit: www.auswaertiges-amt.de
- Generelle Infos: www.worldtrip.de
- Wohnung untervermieten: www.reisebine.de/Insider-Tips/wohnung_untervermieten.html
- Generelle Infos: www.weltreisen-ratgeber.de
- Der bekannteste Reiseführer: www.lonelyplanet.com
- Andere Weltreisende: www.welten-surfer.de
- Gutes Forum von den Gnomaden: www.gnomad.de/weltreise-forum
- Länderinfos, Visa: www.iatatravelcentre.com
- Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin www.dtg.org